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Kompositionsstudie „Aus“ – Eine Erläuterung

AusGyörgy Ligeti war ein österreichisch-ungarischer Komponist und gilt zudem als einer der bedeutenden Komponisten des 20. Jahrhunderts. Ligeti komponierte elektronische Musik. Mit seinen Werken Apparitions und Atmospheres entwickelte er die so genannte Klangflächenkomposition. Dies ist ein Konzept, welches auf den Einfluss der elektronischen Musik zurückgeht. Zudem wendete er hierbei auch das Prinzip der Mikropolyphonie an. Die Mikropolyphonie basiert auf einer Verflechtung vieler Stimmen auf engstem Raum.

Kompositionsstudie "Aus"



Dieses Prinzip ist auch auf unser Stück zurück zu weisen. Wir verwendeten ebenso die Mikropolyphonie, in dem wir die 3 verschiedenen Stimmspuren aufeinander gelegt haben und so entstand die Klangflächenkomposition in unserem Stück „Aus“. Mit der elektronischen Musik kann man unser Stück auch gut vergleichen. Wir haben die drei verschiedenen Stimmen aufgenommen und legten sie mithilfe eines iPads übereinander und verflochten diese Stimmspuren elektronisch miteinander.

Die Grundidee war, die Töne, passend zu den Bildern, ineinander übergehen zu lassen. Daraus kann man erkennen, wie die schwarze Schrift mit der Zeit in die weiße Schrift übergeht. Daher ist die Stimme am Anfang verzehrt und ist nicht klar und deutlich wahrzunehmen. Das lang gezogene „Aus“, welches danach zu hören ist, stellt eine Verbindung zu den verschiedenen Phasen der Trauer her. Genauso, wie die Trauer, ist das „Aus“ lang und wird mit der Zeit durch mehrere ungleich schnelle Stimmen begleitet, die verdeutlichen, wie verwirrt man in Phasen der Trauer sein kann. Das „Aus“ ist ebenso mit dem Tod zu vergleichen. Ein Mensch stirbt und der Ton von einem Herzstillstand kann man mit dem lang gezogenen „Aus“ vergleichen. Dieser Ton wird in dem Stück mit einem hellen Violinton dargestellt. Das Leben ist „Aus“ und vorbei.
Schnellere Stimmen, die gleichzeitig zu den langsameren Stimmen erklingen, verweisen auf einen Druck, die Trauer zu verlassen und wieder an schönere und fröhlichere Dinge zu denken. Das lang gezogene „Aus“ ist durch eine verfremdete Stimme zu hören, die darstellt, wie man sich während einer Trauerphase entfremdet und man nicht mehr sich selbst ist. Man kommt auf ganz andere Gedanken und vergisst die guten und schönen Dinge im Leben.

Auf das Motiv der Trauer sind wir gekommen, da die Bilder mit der Aufschrift „Aus“, die Verarbeitung eines Trauerfalls innerhalb der Familie gewesen war. Diese Aspekte werden durch unsere, teilweise entfremdeten, Stimmen hörbar gemacht.

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